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                     1. Geschichte der Untersuchungshaftanstalt

In ihrer ursprünglichen Größe wurde die Anstalt in den Jahren 1877 bis 1881 zur Entlastung

der Gefängnisse an den Raboisen und am Sängerplatz errichtet, und zwar – wie im damaligen

preußischen Landesteil häufig – mit Mitteln aus französischen Reparationsleistungen nach der

Niederlage 1871. Sie bestand damals aus drei Flügeln ( heute A-, B- und D – Bereich ), der auf

der Wallgrabenseite abgetrennt errichteten sowie dem Verwaltungsflügel, der mit der Kirche endete,

also keine Verbindung zur Umfassungsmauer und dem Außentor herstellte. Die Bauweise ist panoptisch,

d.h. von einem zentralen Punkt ist der gesamte Haft – bzw. Unterbringungsbereich in allen

Flügeln und – aufgrund der offenen Geschossdecken ( Galerien) – auf allen Ebenen zu überblicken.

 

Im Jahre 1912 wurde der erste größere Umbau notwendig. Der A – Flügel musste wegen der Errichtung

des Strafjustizgebäudes um etwa ein Drittel gekürt werden. Dafür wurde der C – Flügel hinzugebaut und

die übrigen Bereiche um ein Stockwerk ergänzt, so dass sich insgesamt sogar ein Haftplatzgewinn ergab.

 

In den folgenden Jahren bis etwa 1930 wurde die Anstalt wie folgt erweitert bzw. umgebaut:

 

  • Neubau der sogenannten Aufnahmeanstalt, später die Aufnahmeabteilung, an der

Süd – West – Ecke der Frauenabteilung parallel zum Strafjustizgebäude.

 

  • Neubau des sogenannten Turms als Verbindung zwischen dem D – Flügel und der

Frauenabteilung. Ursprünglich war dieser Bauteil als Ersatz für die Lazarette I und II

in Fuhlsbüttel vorgesehen. Während der Bauausführung wurde diese Konzeption

jedoch als unsinnig verworfen. Eingerichtet wurden deshalb übergroße Gemein-

schaftshafträumen ( Säle ) für zum Teil bis zu 60 Gefangene.

 

  • Errichtung des jetzigen Vollzugskrankenhauses ( Altbauteil ) zunächst als

„Haftanstalt für Bettler und Vagabunden“. Noch während der Bauphase ist aber auch

diese Zweckbestimmung verworfen worden und es erfolgte der Endausbau zur Krankenanstalt –

mit ähnlich großen Sälen wie im Turm.

 

  • Bau unterirdischer Gänge von der Frauenabteilung und der Aufnahmeanstalt zur

Vorführungsabteilung im Untergeschoss des Strafjustizgebäudes.

 

  • Umbau von Teilen der Krankenanstalt zur Anstaltsküche und Anbau eines Maschinen-

hauses und einer Wäscherei im Krankenhausbereich bei gleichzeitiger Erweiterung des

Anstaltsgeländes zum damaligen physikalischen Staatsinstitut.

 

  • Erweiterung des Verwaltungsflügels bis vor die Umfassungsmauer am Holstenglacis

unter Einbeziehung der Torwache und dortige Unterbringung u.a. des Museums und der

Fernsprechzentrale. Von Zeitzeugen wird allerdings überliefert, dass in diesem,

von dem Baudirektor ( Schumacher ) entworfenen Bauteil die Raumaufteilung z.T.

unsinnig verschwenderisch ( vgl. Treppenhaus ) zum Teil völlig unzureichend

konzipiert worden ist, was zu peinlichen Rückfragen in der Bürgerschaft geführt haben soll.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg mussten zunächst schwere Bombenschäden in der Frauenab-

teilung ( Volltreffer in einen belegten Saal gegen Kriegsende ) und im Bereich Verwaltungs-

flügel / Umfassungsmauer beseitigt werden. Danach wurden die Säle im Turm, im Vollzugs-

krankenhaus, Aufnahmeabteilung und in der Frauenabteilung zu kleineren Gemeinschafts-

unterkünften und z.T. zu Einzelhafträumen umgebaut.

Nach Verlagerung der damaligen Gefängnisbehörde erfolgte schließlich der Umbau des Verwaltungsflügels,

der danach komplett der Anstaltsverwaltung zur Verfügung stand.

 

Schon alsbald nach ihrer Inbetriebnahme entwickelte sich die Untersuchungshaftanstalt

zu einer Art Sammelbecken für Gefangene und Verwahrte aller Haft – und Unterbringungs-

arten, insbesondere auch solche, die andere Anstalten nicht aufnehmen wollten oder auch sollten.

Besondere Bedeutung erlangten dabei die zur Nachtzeit festgenommenen Personen, die zunächst im damaligen

„Polizeigefängnis Hütten“ gesammelt, am nächsten Morgen zurVorführungsabteilung des Untersuchungs-

gefängnisses überstellt und von dort den Haft richtern vorgeführt wurden. Erging dann Haftbefehl, erfolgte die

Aufnahme in der Anstalt. Soweit kein Haftbefehl erging, wurden die Betroffenen nicht etwa entlassen, sondern

wie auch ehemalige Untersuchungs – und Strafgefangene zum Polizeigefängnis Hütten zurück-

gebracht, wo ggf. noch erkennungsdienstliche Behandlungen und Belehrungen über richter-

liche Weisungen und Auflagen ( z.B. Polizeiaufsicht, Verkehrsverbot ) erfolgten.

Dieses Verfahren änderte sich erst mit Auflösung des Polizeigefängnisses Hütten und der

Übertragung der Haftzuständigkeit für vorläufig Festgenommene auf die Untersuchungshaft-

anstalt durch Beschluss der britischen Militärregierung im Jahre 1945.

 

Eine besonders unrühmliche Rolle spielte die Anstalt jahrzehntelang als zentrale Hinrich-tungsstätte für

Hamburg bzw. während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft für den gesamten norddeutschen Raum.

Diese Zuständigkeit, die vorher bei dem Gefängnis an den Raboisen lag, wurde der Anstalt

schon bald nach Inbetriebnahme übertragen.

Hinrichtungen fanden zunächst durch den Strang auf dem Hof unmittelbar am sog. Turm-treppenhaus des

Vollzugskrankenhauses statt. Weil Schafott und Galgen die Mauerkrone überragten, wurde diese mit

Sackleinenkulissen erhöht, was aber Neugierige immer noch nicht daran hinderte, von den hohen Bäumen des

Friedhofs gegenüber der Anstalt (heute Messehallen ) die Exekutionen zu beobachten.

Daraufhin wurde später das gesamte Holstenglacis für die Dauer von Hinrichtungen gesperrt.

 

Während der Zeit der Weimarer Republik wurden in Hamburg keine Todesurteile vollstreckt.

Dies änderte sich jedoch fast unmittelbar nach der Machtergreifung im Jahr 1933.

Exekutiert wurden nun zunächst an gleicher Stelle, dann auf dem Hof an der Ostseite des

Vollzugskrankenhauses, später ein geschlossener Raum der ursprünglichen Desinfektions-anlage. Nach Kriegsende

umgebaut, heute Lagerraum der Küche. Nach 1933 wurden die ersten Hinrichtungen noch mit dem alten Fallbeil

vollzogen, danach bis zum II. Weltkrieg mit dem Handbeil und während des Krieges mit der reichseinheitlich

eingeführten sog. „Kleinen Guillotine“. Zu Tode kamen auf diese Weise neben Schwerkriminellen zahllose

Widerstandskämpfer, Geistliche, sog. „Wehrkraftzersetzer“,  „ Volksschädlinge“ und Personen, denen Bagatelldelikte

vorgeworfen wurden. Die meisten von ihnen wurden durch den sog. Volksgerichtshof verurteilt, ausnahmslos waren

dies Akte reiner, verbrecherischer Willkür. Bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurden schließlich

noch von der britischen Militärgerichtsbarkeit nach deutschem Strafrecht verhängte Todesurteile vom Gefängnis-

personal unter Aufsicht britischer Offiziere vollstreckt.

 

In den 50er und 60er Jahren diente die Anstalt in erster Linie ihrer hauptsächlichen Zweck-

bestimmung, nämlich der Unterbringung von vorläufig Festgenommenen und Untersuchungs-

gefangenen. Schon damals herrschte zeitweilig drangvolle Enge, wenn die Gefangenenzahlen

wieder einmal anstiegen. Aber auch bedingt durch häufige vorübergehende Minderungen der

Belegungsfähigkeit, immer wieder mussten nun nämlich Haftbereiche stillgelegt werden, um

dort lange Zeit und vor allem in den Kriegsjahren vernachlässigte, auch der Substanzerhaltung

dienende Sanierungs – und Renovierungsarbeiten durchzuführen und um damit nach und nach zu einer Verbesserung

der Unterbringungsbedingungen zu gelangen. Diese Maßnahmen wurden einschließlich zahlreicher Umbauten ab den

70er Jahren bis heute unter Anwendung ganz erheblicher Haushaltmittel verstärkt u.a. wie folgt fortgeführt:

 

·       Baulich – technische Ertüchtigung des Außenbereichs mit gleichzeitigem Neubau eines erheblichen Teils der

      Umfassungsmauer,

 

·       Neubau einer Fahrzeugschleuse, Erweiterung des Anstaltshofs auf der Nordseite des Vollzugskrankenhauses

      und die Errichtung von Wachtürmen,

 

·       Kompletter Aus – und Umbau der Anstaltsküche einschließlich Nebenräume und

Einrichtung,

 

·       Verlagerung zahlreicher Werkstätten ( u.a. Schlosserei, Schreinerei, Maurerei,  Malerei ) in umgebaute und

      vollständig sanierte Gebäudeteile,

 

·       Neuerrichtung eines Bettenhauses einschließlich operativer Eingriffsbereichs für

das Vollzugskrankenhaus,

 

·       Umbau und vollständige Sanierung des bisherigen Vollzugskrankenhauses zum

Funktionstrakt der medizinischen Abteilung einschließlich des Ambulanzbereichs,

 

·       Zweihüftiger Ausbau des Verbindungstrakts zwischen Untersuchungshaftanstalt

und Vollzugskrankenhaus zur Gewinnung von insgesamt 25 Einzelhafträumen,

 

·       Komplettsanierung des bisherigen Aufnahmehauses zur zukünftigen Nutzung für

drogenabhängige und – gefährdeter Inhaftierte,

 

·       Einbau von Feuerlöschring – und Steigeleitungen,

 

·       Erneuerung der Energie – und Warmwasserversorgung,

 

·       Erneuerung der Zuführungsschleuse im Strafjustizgebäude und vollständige

Sanierung der Warteräume für zugeführte Personen,

 

·       Komplettsanierung der Frauenabteilung,

 

·       Sanierung – und Renovierungsarbeiten im Bereich der Besuchsabteilung,

 

·       Neuerrichtung einer Besucherpforte für den Besucherverkehr, kompletter Aus – und Umbau

            der Pforte 1, Neubau des Schlüsselbereichs mit Schließfächern usw.

 

 

Die zu Beginn der 90er Jahre erneut ansteigenden Gefangenenzahlen und die damit

einhergehende vermehrte Vorführungen zu Gerichtsterminen usw. erforderte eine

spürbare Personalvermehrung in der Vorführungsabteilung, bei der daher 25 Justizwacht-

meister als zusätzliche Mitarbeiter beschäftigt wurden.

Zunehmend wurden der Anstalt nun auch Gefangene mit erheblichen, vor allem durch

Drogen – und Alkoholsucht gekennzeichneten, gesundheitlichen Problemen, Ausländer aus

unterschiedlichen Kulturkreisen und Inhaftierte mit schwerwiegenden Persönlichkeits-

störungen zugeführt.

Um das Behandlungs-, Betreuungs- und Versorgungsangebot den daraus folgenden neuen

und erhöhten Anforderungen anzugleichen, wurde der ambulanzärztlich, der psycho-

logischer, der sozialpädagogischer und der Ausländerberatungsdienst um mehreren Mit-

arbeiterinnen und Mitarbeiter verstärkt und mit einem Substitutionsbehandlungs- und

( unter Einbindung externer Beratungsstellen ) gezielten Drogenberatungsprogramm be-

gonnen und die sonstigen Hilfsangebote den veränderten Bedürfnissen der Gefangenen ange-

glichen.

 

Die Untersuchungshaftanstalt heute:

 

Wie der Name schon sagt, ist die Anstalt vornehmlich für den Vollzug von Untersuchungs-

haft ( ausgenommen männliche jugendliche und Heranwachsende ) zuständig, daneben aber

auch für die Unterbringung der – rund um die Uhr aufzunehmenden festgenommenen

Personen, für den Vollzug von Auslieferungs-, Ordnungs-, Zwangs- und Erzwingungshaft

sowie von Strafarrest und schließlich unter bestimmten Voraussetzungen auch für Straf- u.

Abschiebungshaftgefangene und Sicherungsverwahrte.


Im Frühjahr 2015 wurden die weiblichen U-Gefangenen, die bisher in der UHA untergebracht

waren, nach H'sand verlegt. Außerdem wird seid Mai 2015 der B-Flügel der UHA saniert. Bedingt

durch die Räumung und dadurch Verlust von Haftplätzen hat die UHA z.Zt. eine Belegungstärke von

ca. 320 Inhaftierten, wovon bis zu 10 Haftplätze für weibliche Gefangene vorgesehen sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 
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